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Warum Hochsensibilität für Männer kein Thema ist


von Jean-Christoph von Oertzen


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Wenn du ein Mann bist, weißt du am Ende dieses Artikels, was es dir bringt, dich mit dem Thema Hochsensibilität zu beschäftigen.

Doch sehr wahrscheinlich bist du eine Frau und fragst dich gerade, warum dein Partner oder ein Freund - ein Mann - sich nicht selbst mit seiner Hochsensibilität beschäftigt und du das jetzt für ihn machen musst.

So sind Frauen wohl. Von der Venus eben, wie der Autor John Gray in seinem Buch "Männer sind anders, Frauen auch" geschrieben hat.

Wenn wir noch weiter in solchen Klischees denken wollen, kann man sagen, dass Frauen versuchen, ein Problem frühzeitig zu erkennen, bevor es wirklich bedrohlich wird. Sie haben ein breiteres "Sichtfeld". Vielleicht lässt sich das evolutionär erklären, wenn wir an die graue Vorzeit zurück denken: der Ur-Mann war auf der Jagd und die Frau musste die Kinder versorgen, das Feuer hüten während sie Wurzeln und Früchte sammelte, bevor die Vorräte zu neige gingen.

Der Ur-Mann war dagegen voll auf eine einzelne Fährte konzentriert, die er entdeckt hatte. Folgte beharrlich dem Wild und bemerkte die Dornen im Unterholz nur geringfügig, als er sich auf seine Beute zu schlich.

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© andrewroblesphoto/unsplash


Wenn wir davon ausgehen, dass ein Teil unseres Gehirns in seiner Entwicklung einfach in dieser Zeit stehen geblieben ist - das so genannte Reptiliengehirn - dann erklären sich einige grundlegende Handlungsweisen auch heute noch. Wir leben im 21ten Jahrhundert, unsere Ur-Instinkte in der Zeit von Säbelzahntiger und Überlebenskampf.

Aus dieser Überlegung erklärt sich also auch, warum 80 - 90% der Teilnehmer in Foren und Facebook-Gruppen zum Thema "Hochsensibilität" weiblich sind.

Wir Männer sehen in unserem Charakter kein Problem, also auch keinen Grund, Energie in eine Lösung zu investieren. Wir fokussieren - ganz wie unser Ur-Mann - unsere Energie lieber auf Dinge die akut oder strategisch sind. Also auf DInge, die entweder schon ein Problem sind oder ein Problem werden könnten.

Unser Handlungsdruck entsteht durch Ziele oder Schmerz. Das sind unsere grundlegenden Motivationen.

Was hat dann die 10 - 20% Männer in der Hochsensibilitäts-Szene dazu bewogen, sich doch mit dem Thema zu beschäftigen?

Ich behaupte: Ziele oder Schmerz. Ganz einfach.

Ein Schmerz den viele hochsensible Menschen erfahren, ist das Gefühl irgendwie diffus anders zu sein. Irgendwie nicht richtig kompatibel mit dem Rest der Gesellschaft. Das führt zu einer sozialen Ausgrenzung, dem Gefühl nicht dazu zu gehören.

Man brookecagle/unsplash 1
© brookecagle/unsplash
Und dieses Gefühl tut weh. Wirklich. Man hat in verschiedenen Experimenten nachgewiesen, das bei sozialer Ausgrenzung die selben Areale im Gehirn aktiv sind, wie bei körperlichem Schmerz. Macht evolutionär wieder Sinn, denn der Ausschluss aus einer Gruppe war zu Zeiten der Ur-Jägers meist ein sicheres Todesurteil.

Spüren wir diesen Schmerz, sind wir also grundsätzlich motiviert, ihn abzustellen. Und ganz im Sinne der Energiesparsamkeit mit so wenig Aufwand wie möglich. Und so versuchen wir uns als hochsensible Männer eben anzupassen und negieren unsere Veranlagung, einfach um das Gefühl zu haben mithalten zu können.

Doch auch unterdrückte Bedürfnisse und ein ständiges über die eigenen Grenzen gehen, zeigen sich irgendwann. Burn out, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Rückenleiden sind häufig die Folge. Das ist nicht nur eine verallgemeinerte Annahme, sondern wurde so von der DAK Gesundheitskasse in ihrem jährlichen Gesundheitsreport 2016 festgestellt.

Wir Männer bevorzugen handfeste Ergebnisse, etwas das man sehen kann. Da ist ein Rückenschmerz halt einfacher zu greifen, als eine Depression oder sonstige psychische Leiden. Denn ganz im Sinne der zielgerichteten Lösungsorientierung unseres Urjägers können wir damit zu einem Arzt gehen. Der gibt uns eine Spritze oder ein paar Pillen und schon geht es weiter.

Wir lernen das bereits als kleine Jungs: Schwäche und Gefühle zeigen bringt uns von unseren Kameraden meist nur Spott ein und setzt uns als Heulsuse in der Gruppenhierarchie zurück. Denn Männer kommunizieren um ihre Position in einer Gruppe festzustellen, Frauen um ein Gefühl der Verbundenheit zu erzeugen.

Viele Eltern setzen sich heutzutage immer mehr auch mit diesen Gender-Themen auseinandersetzen und fördern die Emanzipation beider Geschlechter. Doch scheinbar sind diese Kommunikationsmuster sehr tief in uns verankert und lassen sich nicht in ein oder zwei Generationen zu verändern.

Doch zum Glück hat die Natur uns auch Mechanismen geschenkt, um diese Muster durchbrechen: zum Beispiel die viel zitierte midlife-crisis. In der Mitte unseres Lebens verändern sich die Hormone und wir fangen plötzlich an, unser Leben zu reflektieren. Wir stellen uns die Frage, wie wir an den Punkt gekommen sind, an dem wir gerade stehen und wo uns der Weg hinführt, wenn wir ihn so weiter gehen.

Das ist oft auch der Moment, wo wir anfangen uns mit uns selbst zu beschäftigen, mit unseren Eigenarten, und uns damit auseinandersetzen, warum wir so sind wie wir sind. Und hier kommt eine weitere große Stärke von uns Männern zu tragen: unsere Selbstdisziplin. Wenn wir mal etwas angefangen haben, weil wir darin ein Ziel sehen, dann ziehen wir es durch. Wenn wir Gewichte stemmen, dann so lange bis es weh tut. Und das sind die Wachstumsimpulse, nicht nur im Sport für unsere Muskeln.

Doch damit es so weit kommen kann, müssen wir zunächst bereit sein, uns überhaupt mit uns und unseren Gefühlen auseinander zu setzen.

Wenn du doch ein Mann sein solltest, hast du dir bei dem letzten Satz wahrscheinlich gedacht: "schon wieder so eine Gefühlsduselei. ICH kommen mit meinen Gefühlen doch gut klar...". Die Worte "Gefühle" und "Emotionen" sind für viele Männer schon fast negativ belegt. Es entstehen innere Bilder von Männern die Bäume umarmen und gemeinsam in der Gruppe weinen, was für Frauen im Sinne der Verbundenheit sehr gut sein kann, was für viele Männer aber einfach gegen das eigene Rollenverständnis verstößt und somit auch kaum erstrebenswert ist.

Balanced Mind Bogenschießen für hochsensible Menschen
Jean-Christoph von Oertzen (Autor)
Balanced Mind
Bogenschießen für hochsensible Menschen
Bogenschießen für hochsensible Menschen
Broschiertes Buch
Eine Voraussetzung für ein hohes Selbst-Wert-Gefühl, ist Selbst-Bewusstsein. Die Voraussetzung für ein gutes Selbstbewusstsein ist eine positive Selbst-Erfahrung. Die in diesem Buch beschriebene Balanced-Mind-Methode - eine aktiven Meditationstechnik - bietet eine tief gehende, positive, körperliche und psychische Selbsterfahrung mit Pfeil und Bogen.
Als archaische Hilfsmittel dienen sie uns dabei als ein Spiegel unserer Seele. Die Vorgänge in unserem Inneren werden auch in der physischen Welt in maximaler Klarheit deutlich und erfahrbar.
Die Balanced-Mind-Methode ist optimal für die besonderen Bedürfnisse von hochsensiblen Menschen geeignet. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, dass rund jeden fünften Mensch betrifft.
Dieses Arbeitsbuch erläutertet das Balanced-Mind-Konzept in einer leicht verständlichen Struktur.
Eine Voraussetzung für ein hohes Selbst-Wert-Gefühl, ist Selbst-Bewusstsein. Die Voraussetzung für ein gutes Selbstbewusstsein ist eine positive Selbst-Erfahrung. Die in diesem Buch beschriebene Balanced-Mind-Methode - eine aktiven Meditationstechnik - bietet eine tief gehende, positive, körperliche und psychische Selbsterfahrung mit Pfeil und Bogen.
Als archaische Hilfsmittel dienen sie uns dabei als ein Spiegel unserer Seele. Die Vorgänge in unserem Inneren werden auch in der physischen Welt in maximaler Klarheit deutlich und erfahrbar.
Die Balanced-Mind-Methode ist optimal für die besonderen Bedürfnisse von hochsensiblen Menschen geeignet. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, dass rund jeden fünften Mensch betrifft.
Dieses Arbeitsbuch erläutertet das Balanced-Mind-Konzept in einer leicht verständlichen Struktur.


Doch auch Furcht, Wut, Zorn, Aggression, Trauer, Glück, Zufriedenheit, Stärke, Lust sind Gefühle. Und wir spüren sie, auch als Männer.

Wenn uns einmal die Zusammenhänge zwischen Hochsensibilität und unseren Verhaltensweisen klar werden, dann ist das zunächst ein unglaubliches Gefühl der Erleichterung. Plötzlich wird alles klar, was vorher in einem dunstigen Nebel lag. Wir fangen an uns selbst zu verstehen und das ist die Grundlage, um uns selbst wirklich zu lieben. Uns annehmen zu können, mit unseren Fehlern, statt sie zu verdrängen um unseren Klischees zu entsprechen. Wir fangen an, unsere Werte und Ziele zu hinterfragen. Der Jäger verfolgt dann wieder zielstrebig seine Beute: ein glückliches und erfülltes Leben.

Ich selbst hatte das Glück, nicht erst auf eine midlife-Krisis warten zu müssen. Meine Frau hatte mir schon vor mehreren Jahren von dem Begriff der Hochsensibilität erzählt. Und ich habe genau gemäß dem Klischee reagiert: das Wort hat in mir eine Assoziation von Schwäche und Überempfindlichkeit ausgelöst, was nicht zu meinem Selbstverständnis gepasst hat. Somit habe ich es als nicht relevant für mich abgetan und mich nicht näher damit beschäftigt.

Ich weiß heute leider nicht mehr, warum ich dann einige Zeit später doch einen Artikel über Hochsensibilität in einem Blog gelesen habe. Aber zum Glück habe ich es getan! Zum Glück habe ich in dem Moment die Offenheit gehabt, weiter zu lesen und zu verstehen, was Hochsensibilität wirklich bedeutet: die intensivere Verarbeitung von Sinneseindrücken auf Grund geringerer Filter zwischen Reizen und Bewusstsein.

Diese Erklärungen waren für mich logisch und nachvollziehbar, keine reine Glaubensfrage oder Weltanschauung, sondern männlich greifbar. Ich fand mich in der Beschreibung der typischen Auswirkungen an so vielen Stellen wieder, dass es mir fast den Atem raubte. Als ob der Autor mich persönlich beschrieben hätte und ganz viele Situationen aus meinem bisherigen Leben.

Mir wurde schlagartig klar, dass ich mich die ganzen Jahre zwar wie ein Alien gefühlt hatte, doch dass es sehr viele Menschen gibt denen es genauso geht. Immerhin ist jeder fünfte statistisch gesehen auch hochsensibel. Diese Erkenntnis löste meinen unterbewussten Ur-Schmerz nicht dazu zu gehören mit einem Mal auf. Es fühlte sich an wie eine riesige Last, die von meinen Schultern genommen wurde. Eine Last die man nicht bewusst bemerkt, sondern die man erst spürt, wenn sie nicht mehr da ist.

Das hat mir zugleich auch einen riesigen Motivationsschub gegeben, mich viel tiefer mit dem Thema zu beschäftigen, der Sache genau auf den Grund zu gehen und alles zu verschlingen, was ich zu dem Thema Hochsensibilität in die Finger bekommen haben. Ich habe für mich daraus eine Perspektive gewonnen, wie sich mein Leben auch anfühlen kann und habe mich so auf den Weg gemacht, der Fährte zu folgen. Ich habe begonnen Strategien für mich zu erarbeiten und auszuprobieren. Ganz wie mein innerer Ur-Jäger es schon immer gemacht hat

Heute darf ich diese Erfahrungen und Methoden in Form meiner Coachings mit Pfeil und Bogen und mit meinen Impulsen in meinem Podcast "einfach hochsensibel" weitergeben. Gerade mit dem Podcast möchte ich möglichst viele Menschen erreichen, die dann vielleicht auch diese unglaubliche Erleichterung spüren, wenn sie feststellen, dass sie auch "einfach hochsensibel" sind.


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Jean-Christoph von Oertzen
© Jean-Christoph von Oertzen
Mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und Menschen kommen auf mich zu, wenn sie ihre Hochsensibilität als Segen statt als Bürde erkennen wollen.

Ich erreiche das, in dem ich dabei auch Pfeil und Bogen als Coaching Instrumente verwende.

Solopreneur bin ich seit 2011 und haben in dieser Zeit schon über 1000 Menschen auf ihrem Weg mit Pfeil und Bogen als Trainer und Coach begleitet.

Daraus ist mein Balanced Mind Konzept zum Bogenschießen entstanden, eine meditative Art von Bogenschießen, durch die besonders hochsensible Menschen zu mehr Selbst-Bewusstsein, Selbst-Vertrauen und so zu mehr Freiheit in ihrem Leben gelangen können.
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