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16 Fragen zum Jahresrückblick: Jona Jakob



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Wieso, weshalb, warum? Wieder geht ein Jahr zu Ende, in dem wir alle viel erlebt haben. Aber nehmen wir aus unseren Erfahrungen und Erlebnissen auch etwas mit?

Passend zum Jahresrückblick 2016 haben wir 16 Fragen zusammengestellt, in denen sich unsere LEBE-LIEBE-LACHE Autoren und ausgesuchten InterviewpartnerInnen mit dem vergangenen Jahr auseinandersetzen. Und vielleicht lassen auch Sie sich zu Ihrem ganz persönlichen Rückblick inspirieren!

Jona Jakob arbeitet als Coach für Erwachsene. Er beschreibt sich selbst mit den Worten: „Beruflich bin ich in der Menschwerdung (Individuation) zu Hause". Als Privatmensch lebt er seinen Traum an unüblicher Lebensvielfältigkeit und dank der Möglichkeit, mit seinem Wissen und Wesen für Menschen etwas geben zu können. Dabei ist er ist ein Mensch, dem nichts Menschliches fremd ist. Seine wertfreie Haltung in Begegnung lässt ihn Menschen bei der Entdeckung ihrer Träume, Vorstellungen und Ziel unterstützend begleiten. Seine eigenen Prägungen der Hochbegabung und Hochsensibilität ermöglichen es ihm, für Menschen mit denselben Prägungen und Erfahrungen verständnisvoll und einfühlsam da zu sein.

Jona Jakob
© www.jonajakob.com

1. Gab es während des Jahres 2016 ein erstes Mal in Ihrem Leben? Haben Sie etwas das erste Mal gemacht, waren Sie an einem neuen Ort, …?

Nicht alleine, sondern mit der Liebsten zusammen, aber für mich war es ein erstes Mal, dass ich mir Wohneigentum ansah - es war schrecklich bis schier traumatisch, ob von den Objekten her, als auch vom Prozess. Die schlechte Energie dabei hat mich schier erschöpft.


2. Welche Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Kenntnisse haben Sie sich angeeignet, die Sie vor einem Jahr noch nicht hatten?

Ich schloss nach 10 Jahren Praxis in dieser Profession eine deutsche Ausbildung zum 'Personal & Business Coach IHK / DBVC-anerkannt' ab. Es war reichhaltig, eine schöne Erfahrung, eine tolle Gruppe, eine geniale Vermittlerin und es war persönlich mega anstrengend bis physisch belastend.


3. Welche Erlebnisse im Jahr 2016 zählen zu den drei schönsten?

Ich halte mich hier etwas bedeckt, doch das Jahr war ein Super-Jahr, da ich Dinge vollendete, die mit einem 15-Jahre-Weg zu tun haben. Das macht es mir
a) erreicht und stolz damit, irgendwie
b) entlastend, also leicht und fröhlich, und
c) perspektivenreich, ich habe Lust auf nächste Zeit


4. Gibt es ein Ereignis, das Ihr Weltbild verändert oder nachhaltig geprägt hat?

Die über unsere Köpfe hinwegrollende Tsunami aus (Neuro-)Wissenschaft und Digitalisierung rief in mir das Bedürfnis hervor, mich in meiner Haltung dazu zu besinnen. Ich erkenne mich stark im humanistischen Standpunkt des 'Ich-bin-ok- und-du-bist-ok'. Damit halte ich mich von Hype des Positiven Denken distanziert oder gar vom manischen Selbstoptimieren. Oder anders gesagt: Ich halte denen, die schwerer und tiefgründiger leben Raum zur Verfügung. Hierzu entstand das Angebot www.incertum.de und der Blog http://incertumfra.blogspot.com

Als ich beides angesetzt hatte, also startete (beides ist noch in der Startphase), vielen mir grosse Gewichte von den Schultern, weil es mich glücklich macht, Müden, Unverstandenen, Melancholikern, Tagträumern und Flaneuren einen bewusst freigehaltenen Garten erstellt zu haben. Ich bin mit dem Thema noch proppevoll und kann eine meiner grössten eigenen Lebenserfahrungen fachlich erblühen lassen. Einfach nur schön und befriedend.


5. Welche Person haben Sie kennengelernt, die Ihr Leben besonders bereichert (hat)?

Frau Dr. Brigitte Wolter, von www.brandinvest.com . Sie hat uns durch das Ausbildungsjahr geführt und stellt mir die Seltenheit dar, wo mir jemand mehr als viel Bedeutet.


6. Was hätten Sie nicht geglaubt, wenn Ihnen jemand das vor einem Jahr vorausgesagt hätte?

Dass ich nochmals zu einer Altersvorsorge käme.


7. Gibt es einen besonderen Geruch, ein außergewöhnliches Geräusch oder einen Geschmack, den Sie wahrgenommen haben?

Es sind die Düfte alter Parfums, die mich in Jugendzeiten zurückversetzen. Ich spüre, dass mich alte Erinnerungen aus bunten Zeiten mehr berühren, als Neues. Alte Musik, alte Gerichte, alte Düfte. Eine Klientin nahm mich mit ihrem alten VW-Käfer-Cabriolet für drei Kilometer bis zum Bahnhof mit - das Auto roch nach seiner Zeit, dieses Kunstleder, der Motor, einfach alles - ich war sofort Bub in den 70ern.


8. Wer oder was war für Sie die größte Überraschung?

Immer und immer wieder meine Klienten. Deren besondere Stellung in der Welt als Hochbegabte mit hoher Sensitivität erzeugt Bilder, Geschichten, Schicksale und Träume, die man sich sonst wohl kaum mal so ausdenken kann. Ich möchte dabei niemandem bewerten, die meisten diesjährigen Klientinnen und Klienten kamen aus dem allerhöchsten Einkommensbereich, also aus verantwortungsvollen und gut dotierten Positionen. Das notiere ich vielmehr, um Mut und Kraft und Hoffnung zu vermitteln für jene, die meinen, sie würden nirgendwo reinpassen. Dem muss nicht so sein.


9. Wer oder was hat Sie herzlich zum Lachen gebracht? Wann haben Sie das letzte Mal so richtig gelacht?

Meine Liebste und ich lachen. Twitter bringt mich oft zum Lachen. Ich war dabei, als Jan Böhmermann seinen Ziegen-Vers ablas und immer und immer wieder dazu äusserte: "Genau das dürfen Sie nicht machen - Sie dürfen jetzt nicht lachen - das ist nur ein Beispiel dafür, was Sie nicht machen dürfen." Es war zu genial bis hin zur Staatsaffäre. Ein Schuss wie kein zweiter.


10. Was würden Sie so nicht mehr machen?

Ich würde in einem fremden Land nicht mehr gleich denken, die sind alle selbstsicher weil sie viel reden.


11. Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Sie am meisten beeindruckt?

Ein Freund schenkte mir das Kleinod von Martin Buber: Der Weg des Menschen - ein wahrlich kleiner Schatz, den ich nicht missen möchte. Ich mag auch Michel Houellebecqs 'Soumission / Unterwerfung', weil Houllebecq eine Art und Weise hat, dem Leben jeden Sinn abzusprechen, so dass man sich als Leser mehr als lächerlich wiedererkennt, in seinem Bemühen und Streben. Das ist höchst Abgründig und zeigt mir als Coach eine präzise Beschreibung einer möglichen und auch als ok-seiend angenommenen Sicht auf die Rückseite der Medaille. Eine Kunst. Muss ja dann nicht mein Verständnis sein, aber Houellebecq macht es mir zugängig. Das klärt mehr auf, als dass es mich davor verblendet. Im selben Sinn auch die verstorbene Autorin Ilse Aichinger, die das gute Wort nicht schrieb, die nicht 'lügen' mochte, sprich 'beschönigen' und die sagte: "Positiv Denken ist das Gegenteil von Denken."

Ich bin diesen Autorinnen und Autoren, bis hin zu Handke, dankbar, der Unklarheit noch den Boden zu entziehen, um dem Unsäglichen Ausdruck zu geben und es sichtbar und spürbar zu machen. Das macht mir meinen Blick auf die Welt vollständig - es gibt Elend. Und ich mag das annehmen. Es ist eine meiner grössten Stärken - neben der, dass ich Menschen mag - fähig zu sein, darin getrost zu bleiben und mich im Elend weder zu schämen noch zu fürchten.


12. Was hat sich zum Positiven gewendet?

Meine Konsistenz. Ich bin gerade in diesem Jahr viel mehr Jona geworden.


13. Was haben Sie geschafft, auf welche Leistung sind Sie stolz?

Das ist mir zu privat. Aber gut ist es, so gut, dass es anderen zugutekommt.


14. Welches ungewöhnliche Kompliment haben Sie erhalten?

Ablehnung aus Überforderung.


15. Wofür sind Sie besonders dankbar?

Von meiner Liebsten geliebt zu werden und die Zeit mir ihr erleben zu dürfen. Wir ergeben irgendwie ein enormes Plus, so wie es die Theorie des Gruppennutzens erklärt, wo 1 + 1 = 3,2 werden können - und das werden wir täglich. Dieser Plusanteil ist ein Füllhorn an ‚unexpected grace‘, für die ich auch täglich stillschweigend dankbar bin. Ok, ihr selber sage und zeige ich das schon.


16. Was ist mir wichtig geworden, da es vor einem Jahr noch nicht war?

Mein nun ca. sechs Jahre alter Entscheid, die Welt in Selbstverantwortung zu verstehen, Wertschätzung als unabdingbar zu fühlen und in all dem genügend Konsistenz und Haltung zu haben, jemanden nicht gleich anzunehmen, der sich darin noch nicht auskennt. Das macht mich frei - unsagbar frei und unabhängig, auch mit dem Blick auf einen Tod. Ich lebe gekündigt, bin frei, kann aber gerne noch tun, was ich tun mag und das ist vermutlich die grösstmögliche Leichtigkeit, Kraft und Frechheit, die es für mich zu erringen gab.



Joan Jakob über Jona Jakob


Jona Jakob Porträt
© www.jonajakob.com
Sie sind ok. Und ich bin es auch.

Ich bin 54, stamme aus Bern und Zürich und bin fühlend, denkend wie sprachlich durch die Schweiz geprägt. Heute lebe ich in Frankfurt und arbeite hier wie weiterhin in Zürich und Bern. 

Mein Leben hat aus mir einen profilierten Menschen gemacht. Ich bin brauchbar und unbrauchbar. Man kann mich mögen oder nicht. Ich bin nicht immer nett oder angenehm. Ich bin lieber herausfordernd und ringend darum, wer man als Mensch sein könnte. Ich mag den Kakao nicht  schlürfen, durch den man mich bisweilen ziehen möchte. 'Wie?' ist mir wichtiger, als 'Was?' - und 'Wofür?' ist mir wichtiger, als 'Warum?'.

Was für mich immer gilt: Sie sind ok. Und ich bin es auch. Ob wir uns dann mögen oder nicht, spielt keine Rolle. Dass Sie Sie bleiben dürfen, ist mein Verständnis im Miteinander, ob es mir passt oder nicht.

Lassen Sie uns versuchen, was wir vermögen. Gerne.

Jona Jakob

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