Kulm Hotel St. Moritz
St. Moritz - Schweiz - Graubünden
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Erlebnisbericht vom 29.07.2016
Genußvolle Auszeit im Kulm Hotel St. Moritz

Viele Stunden Fahrt liegen vor uns, vom heimischen Wasserturm in die Engadiner Berge – eine willkommene Auszeit vom Alltag mit "5 Sterne Superior"-Komfort steht bevor. Wow! Kurvige Strassen führen uns bei sommerlichen Temperaturen über Berge und Täler, bis vor uns endlich St. Moritz und das legendäre Kulm Hotel auftauchen. Vorfahren, Autoschlüssel abgeben, einchecken. Während das Gepäck aufs Zimmer gebracht wird, duschen und ins festliche Outfit steigen... denn gleich gehts zum Dinner ins geschichtsträchtige Grand  Restaurant.

Kulm Hotel - Haupteingang
© www.kulm.com

Das Abendessen im prächtigen Grand Restaurant zelebrieren wir wie zu Zeiten der Hotelgründung. Schon damals war der Saal Inbegriff für rauschende Feste, gesellschaftliche Erlebnisse und auserlesene Kulinarik. Zudem brannte in dem Speisesaal das erste elektrische Licht der Schweiz. Den formvollendeten klassischen Service nehme ich als Hommage an diese Zeiten wahr.

Mit diesen ersten Eindrücken geht es auf unser Zimmer, einer eleganten Junior Suite im Neubau des Hotels. Wir geniessen nun ganz bewußt die stilvolle Farbharmonie der Räume, die erfrischende Bergluft am offenen Fenster und die Stille des Blicks auf den See. Gute Nacht St. Moritz!

Kulm Hotel - Suite
© www.lebe-liebe-lache.com

Am nächsten Morgen erwartet uns zum Frühstück eine grosse Auswahl an regionalem Käse, eine Vielzahl an Eier-Speisen, mein geliebtes Obstbuffet und zudem wird frisch gepresster Orangensaft gereicht. Wir nehmen uns viel Zeit und genießen den Start in einen ereignisreichen Tag.

Kulm Hotel - Frühstück im Grand Restaurant
© www.lebe-liebe-lache.com


Wenn Hotelwände Geschichten erzählen


Mein Liebe für GRANDHOTELS begründet sich in erster Linie darauf, dass es dort häufig um erzählenswerte Geschichten geht. Und so bin ich gespannt auf den Termin mit Brenda Zimmermann, sie will mehr über die Historie de Hauses vermitteln... die einst mit dem Schlosser Johannes Bradutt begann.

Gemeinsam streifen wir durchs Haus, und bleiben vor so manchem Schaukasten in dem langen, mit wertvollen Teppichen ausgelegten Flur stehen. Frau Zimmermann hat die Geschichte des Hauses verinnerlicht, trägt sie mit, und weiss sie zu erzählen. Für zwei Themen kann sie mich ganz besonders begeistern: Zum Einen für den Cresta Run (1880) als es für Damen noch "erlaubt" war Schlitten zu fahren. Unter uns gesagt: die Damen wurden schlichtweg "zu gut" für die Herren und man verbot ihnen kurzerhand, an den Rennen teilzunehmen. Einige mutige Frauen bedienten sich jedoch einer List und verkleideten sich als Männer - um dann später auf dem Siegertreppchen voller Stolz die Mützen vom Kopf zu ziehen...

Kulm-Hotel-St.Moritz - Cresta Run als es für Damen noch erlaubt war um 1880
© www.kulm.com

Und zum Anderen für das hochkarätige Musikverständnis im Kulm: Ich bin geradezu geflasht von den grandiosen Fotos und Sounds in der Miles Davis Lounge. Hier wurde ein wunderbarer Ort geschaffen, wo Geniesser und Musikfreunde aufeinandertreffen und gemeinsam Stunden in einem stilvollen Ambiente verbringen.

Kulm Hotel - Miles Davis Lounge
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Sie ist öffentlich zugänglich und mit ihren wunderschönen Holzvertäfelungen und deckenhohen Panoramafenstern, die den Blick auf die traumhafte Landschaft freigeben, vermittelt sie den Eindruck, als habe einst schon Ernest Hemingway hier gesessen.


Das höchstgelegene Club-Jazz-Festival Europas

Das "Festival da Jazz" hat sich in den letzten Jahren zu einer Perle unter den Jazzfestivals in Europa entwickelt. Stars & Rising Stars verwandeln den legendären Dracula Club mit Blue Notes. Zahlreiche Grössen des Jazz geben sich hier im familiären Rahmen ein Stelldichein.


Es gilt viele Eindrücke zu verarbeiten... Mein Partner und ich genießen nun die Sprudelliegen im warmen Außenbecken der grandiosen Spa-Landschaft. Unser Blick schweift auf den gegenüber liegenden Kraftberg... Ein wunderbares Naturerlebnis.


Am Abend treffen wir im Restaurant "The Pizzeria" auf  eine internationale Gästeschar. Wir hören französische, italienische und chinesische Sprachfetzen... Die Stimmung hier ist heiter gelassen, die Speisen köstlich und die Mitarbetier im Service haben ein großes Lachen im Gesicht. Schön!

Kulm Hotel - Restaurant The Pizzaria
© www.kulm.com

Mich treibt die Frage um, wie es einem Hoteldirektor wohl gelingen mag, den Brückenschlag zwischen dem klassischen Grandhotelgast und einem neuen, jüngeren Publikum herzustellen?

Am nächsten Morgen treffe ich Heinz E. Hunkeler unter meinem Lieblingsbild (moderne Videokunst in altem Goldrahmen - grandios) im Hotelfoyer zu einem Gespräch.


Direktor Heinz E. Hunkeler im LEBE-LIEBE-LACHE Interview mit Annette Maria Böhm


LEBE-LIEBE-LACHE: Sie sind in St. Moritz aufgewachsen. Was macht den Ort für Sie zur Heimat?

HEINZ E. HUNKELER: Wissen Sie, ich bin hier mit jedem Berg "per Du" - das Tal, das besondere Licht ist mir quasi in die Wiege gelegt worden. Obgleich es für mich irgendwann hinaus in die Welt ging, gab es immer auch Heimweh in Richtung Engadin - zurück in mein Tal an den See. Neben dem Wintersport liebe ich im Sommer die zahlreichen Aktivitäten auf dem Wasser und natürlich auch die einmaligen Events. (lacht)

Kulm Hotel - Blick auf den St. Moritz See
© www.lebe-liebe-lache.com


LEBE-LIEBE-LACHE: War Hoteldirektor eigentlich Ihr Traumjob?

HEINZ E. HUNKELER: Es gibt einen prägenden Satz meines Großvaters den ich mir schon sehr früh zu Herzen genommen habe: Egal was du machst, du mußt zum besseren Drittel gehören, denn sonst sind die Tage zu lang. Diesen Satz habe ich immer vor Augen.

Natürlich haben mich auch meine Eltern dahingehend geprägt, denn mein Vater führte das Kulm über 30 Jahre lang sehr erfolgreich. Und so habe ich bereits als kleiner Bub die Vor- und Nachteile eines Leben "im Hotel" kennengelernt: Sei es der erste Sommerjob als Bademeister als ich die Badetücher anreichen durfte oder meine ersten Auftritte an der Lifttür.
Ich lernte schon in jungen Jahren, mir meine Sporen zu verdienen...

Für mich ist es wichtig die EXTRAMEILE zu gehen!

Ich weiss auch wie es sich anfühlt, als einer von vielen Mitabeitern im Geroge V die Zimmer zu putzen. Dort habe ich viel über Menschen erfahren.

LEBE-LIEBE-LACHE: Was erwartet ein typischer Kulm-Gast in Ihrem Hotel?

HEINZ E. HUNKELER: Ich denke wir sind einerseits ein klassisches Grandhotel... aber nicht zu versteift und verstaubt. Das Hotelsilber und die schweizer Geschichten sollen bleiben. Unsere Gäste haben einen gewissen Respekt vor der Vergangenheit, legen aber heute viel Wert auf die sportlichen Bereiche. Sie wollen zudem die freundliche Energie der Mitarbeiter spüren. "Softskills" spielen da eine große Rolle!

Kulm Hotel - Gunter Sachs Buttons
© www.lebe-liebe-lache.com

LEBE-LIEBE-LACHE: Hier im Kulm wurden seinerzeit die Winterferien "erfunden". Mögen Sie unseren Leserinnen und Lesern darüber ein wenig erzählen?

HEINZ E. HUNKELER: Es dreht sich im Wesentlichen alles um unser berühmtes gutes Wetter. Die Alpen galten früher nur als Sommerdestination, damals kamen vorwiegend britische Gäste ins Unterland. Diese kannten den kalten und feuchten Winter in England nur allzu gut und konnten sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in den Schweizer Alpen anders sein sollte. Johannes Badrutt bot ihnen einen kostenlosen Aufenthalt, sollte er Unrecht behalten.

Heute wissen wir, dass der Pionier seine Wette gewann, die Gäste staunten über das sonnige Wetter und die prächtige Winterlandschaft. Die Engländer reisten im Frühling braungebrannt nach Hause. Sie waren die ersten Wintertouristen der Alpen, sie entdeckten eine neue Welt - die weissen Winterferien - und entwickelten neue Amüsements.

LEBE-LIEBE-LACHE: Ist der Gast eigentlich immer und unter allen Umständen König?

HEINZ E. HUNKELER: Natürlich hat alles seine Limits. Zum Beispiel dann, wenn jemand gegen die Regeln der Moral verstößt...

Ansonsten ist unser Gast König, ja. Wir lesen ihm gern jeden Wunsch von den Augen ab, und bieten ein ehrliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Erlebnisplattform ist riesig groß und wenn er Rückzug wünscht, bieten wir ihm auch das nötige Ambiente.



Heinz E. Hunkeler

Heinz E. Hunkeler:
Happiness is Homemade

Heinz E. Hunkeler:
Ich habe für meine Tochter die Zahnfee gespielt ,als sie ihren verlorenen Milchzahn unter das Kissen packte.

Heinz E. Hunkeler:
Als ich mit meinen alten Freunden über die gemeinsame Schulzeit gesprochen habe.
Kulm-Hotel-St.Moritz - Heinz E. Hunkeler



LEBE-LIEBE-LACHE: In Ihrem neuen Werbefilm tanzen Sie mit Ihren Mitarbeitern wohltuend lässig und schwungvoll durch die Hotelanlagen. Wie wichtig ist es für Sie, mögliche
Berührungsängste Ihrer potentiellen Gäste in Bezug auf ein "traditionelles fünfsterne Superior Grandhotel - Image" abzubauen?


HEINZ E. HUNKELER: Wichtig. Weil ich denke, dass sich Luxus heute nicht mehr durch eine Krawatte oder einen Bentley definiert. Der Gast liebt es deutlich legerer. Er möchte zelebrieren, sich dabei aber nicht verbiegen. Auch bei unseren Mitarbeitern spielen Augenhöhe und Unkompliziertheit eine große Rolle. Sie sollen Freude haben am Dienen und zudem als eine Art "Apostel" für unsere wunderschöne Natur unterwegs sein.

LEBE-LIEBE-LACHE: Hervorragender Service ist natürlich wunderbar. Doch wenn jemand meinen Koffer tragen muss, ist mir das mitunter unangenehm. Verstößt es eigentlich gegen
Knigge-Regeln, wenn man auf bestimmten Service verzichtet?

HEINZ E. HUNKELER: Knigge ist sehr elastisch zu verstehen... Speziell dann, wenn ein Gast sich unwohl fühlt, darf er den Knigge brechen. Eine Serviceleistung ist immer ein Angebot. Auch hier spielt Einfühlungsvermögen eine große Rolle.


LEBE-LIEBE-LACHE: Die Spa- und Wellnessbereiche sind in den vergangenen Jahren immer größer und luxuriöser geworden. In welche Richtung geht die Entwicklung im Kulm? Zeichnen
sich neue Trends ab?

HEINZ E. HUNKELER: Mutter Natur spielt eine immer größere Rolle im Bereich Well-Being. Der Gast möchte sich ein individuelles Programm zusammenstellen können, am liebsten mit Produkten aus der Region. Und wir bieten ihm die entsprechenden Fachkräfte in Form von Therapeuten an. In den Anwendungen geht es nicht nur um Streicheleinheiten, sondern es gilt auch die entsprechenden Triggerpunkte zu finden.

Kulm-Hotel-St.Moritz - Aussicht mit Pool
© www.kulm.com
 

LEBE-LIEBE-LACHE: Wie wichtig ist es Ihnen, in Ihrem Hause eine interkulturelle Sensibilität zu entwickeln?

HEINZ E. HUNKELER: Wir versuchen schon dem jeweiligen kulturellen Niveau bis zu einem gewissen Limit zu entsprechen. Zum Beispiel  können wir eine koschere Küche nicht bieten, aber alternativ koschere Speisen anliefern lassen.

Einem chinesichen Gast versuchen wir nach Möglichkeit nicht das Zimmer 464 zu vermieten, da diese Zahlenfolge in seinem Kulturraum für Unglück steht... In seinem Zimmer findet er immer auch einen Wasserkocher und seinen geliebten Grüntee. (lächelt)


LEBE-LIEBE-LACHE: Auf welche unterschiedlichen kulinarischen Genüsse darf man sich in Ihren Restaurants freuen?

HEINZ E. HUNKELER: Im Kulm Hotel wird seit langem die Tradition der gehobenen Gourmetküche gepflegt. Das Repertoire reicht von sorgfältig zubereiteten lokalen Engadiner Spezialitäten bis hin zur internationalen Haute Cuisine. Die 6 hoteleigenen Restaurants bieten für jeden Geschmack den perfekten Genuss.

Kulm Hotel - Kulinarik
© www.kulm.com


LEBE-LIEBE-LACHE:Verraten Sie uns Ihren persönlichen Kraftort in den Bergen - wo können Sie auftanken?

HEINZ E. HUNKELER: In der eigenen Alphütte im Nachbartal Val di Campo an einem verlängerten Weekend. Dort ist es angnehm autofrei und man findet mich beim "Wurst braten" mit einem guten Glas Wein in der Hand.


LEBE-LIEBE-LACHE: Wie definieren Sie "Schweizer Freundlichkeit"?

HEINZ E. HUNKELER: Der Schweizer ist eher mal in sich gekehrt. Sucht er den Kontakt, ist er zunächst noch reserviert und liebt die Diskretion. Doch eine tief empfundene Herzlichkeit ist auch dabei.


LEBE-LIEBE-LACHE: Was ist für Sie wahrer Luxus?

HEINZ E. HUNKELER: Zeit und Raum.


LEBE-LIEBE-LACHE:Welches ist Ihr persönliches Lieblingshotel, wenn Sie auf Reisen gehen?

HEINZ E. HUNKELER: Am Liebsten miete ich für mich und meine Familie ein Häuschen am Strand, wo wir selber kochen und fernab von vielen Leuten sind.

Wenn ich in Deutschland bin, mag ich das Hotel "Schloss Elmau" gern, auch aufgrund des Sportangebotes und der Kulinarik.

LEBE-LIEBE-LACHE: Welches Song-Zitat beschreibt Sie am besten?

HEINZ E. HUNKELER: Ein Zitat von Maynard Ferguson: Change is always happening. That´s one of the wonderful things about jazz music (and life).


Kulm Hotel - Annette in der Drehtür
© www.lebe-liebe-lache.com
Annette Maria meint:
Wenn man durch die Drehtüren des Kulm das älteste Hotel der Alpen betritt, kann man keine zwei Schritte über den schweren Teppichboden machen, ohne mit der sagenhaften Historie des Hauses in Berührung zu kommen.

Die Gastgebertradition seit 1856, verbunden mit den Annehmlichkeiten der modernen Luxushotellerie, verleihen dem Kulm Hotel jene wahrhaft magische Anziehung, die es seit Beginn zu einem Haus der Extraklasse macht.

Die wunderschöne Aussicht auf das Engadiner Tal und die Seen beeindruckt uns genauso wie die Kombination aus historischem und modernem Stilempfinden. Der durchweg warmherzigen Service spiegelt die Gastfreundschaft des Hotels wider. Im Sommer ist das Engadin ein idealer Ort zum Wandern, Mountainbiken und für Abenteuersportarten. Auf den wunderschönen Bergseen können Gäste segeln oder windsurfen

Der Name St. Moritz ist übrigens so gefragt, dass er als Marke eingetragen und international geschützt worden ist. Die Marke St. Moritz steht als Qualitätsmarke weltweit für Stil, Eleganz und Klasse.

Gönnen Sie sich den Luxus und lassen Sie sich an einem der Top-Spots der Welt gemeinsam verwöhnen. Genießen Sie romantische Zweisamkeit und schwelgen Sie dabei ein paar Tage oder Wochen im Luxus.

Direkt zur Kulm Hotel-Homepage: www.kulm.com


Kulm Hotel St. Moritz
Via Veglia 18
7500 St. Moritz
Schweiz
Graubünden - Sankt Moritz - Bezirk Maloja
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